In der Rückbetrachtung muss festgehalten werden, dass es einen nicht unerheblichen zeitlichen Aufwand bedeutet hat, diesen Blog zu pflegen, einen Aufwand, der nicht länger betrieben werden kann und auch möchte. Dies ist somit der letzte Restaurantbesuch unter dem Siegel des Kieler Hungers, quasi eine abschließende Heimkehr, ein Kreis, der sich schließt. Umso betrüblicher stimmt es, dass Kamerad Lorenz heute nicht dabei sein konnte.
Man war sich einig, dass der Abschluss des Kieler Hungers nur im Frizz stattfinden konnte, hatte hier doch alles seinen Anfang gefunden. Und es war in der Tat eine Rückkehr in altbekannte Gemütlich- und Freundlichkeit, sogar der unter den Vieren so beliebte Platz in der vertrauten Ecke im hinteren Kabuff war noch unbesetzt. Die mittägliche Auswahl hier im Frizz ist vergleichsweise groß, sieben Gerichte für einen Monat plus Tagesgericht und zweimal Business-Lunch.
Was gab’s zu essen?
Erst einmal hatte man kaum bestellt, da standen schon drei äußerst ansehnliche, dampfende Teller auf dem Tisch. Zunächst gab es ein für mittägliche Verhältnisse gigantisches Hüftsteak, perfekt medium gebraten, mit Balsamico-Himbeer-Honig-Zwiebeln (hammerlecker) und Röstkartoffeln – Spitze! Schon hier hat sich offenbart, was man im letzten Jahr auf der Rundtour durch die Kieler Mittagstische leider so oft schmerzlich vermissen musste: Dass hier im Frizz auf hohem Niveau zu vergleichsweise Schnäppchenpreisen – 5,90 EUR! – allerfeinster Mittagstisch kredenzt wird. Für vergleichbares Geld gab’s beispielsweise im L’étage (das mittlerweile geschlossen ist) eine labbrige Paprika an undefinierbarer Sauce, da liegen einfach diverse Welten zwischen. Überhaupt ist es hier halt nicht so wie anderswo üblich, dass einfach irgendwelche Packungen aufgerissen oder Dinge aufgetaut werden und das dann als „Kochen“ verkauft wird.
Es gab dann noch ein Hähnchenbrustfilet, gefüllt mit einer Frischkäse-Spinat-Mischung, mit Chili und Muskatnuss gewürzt. Diese Hähnchenbrust erhielt vom Esser das begeisterte Prädikat „einzigartig“. Dann gab es noch einen der beiden mit 7,90 EUR etwas teureren „Business-Lunches“: Eine halbe Cherry-Valley-Ente mit Semmelknödeln, Steinpilz-Sauce und Apfelrotkohl. Hier fiel zunächst die riesige Portion ins Auge, die auch geschmacklich rundum begeistern konnte: Sehr lecker; die Ente saftig, gut gewürzt, die Knödel auch richtig lecker!
Fazit:
Man kann nicht alles mit allem vergleichen, beim Chinamann geht’s anders zu als in der Kantine oder im Imbiss auf der Tankstelle, aber zwei Ergebnisse lassen sich auf jeden Fall festhalten: Man hat 1.) im letzten Jahr einen sehr guten Überblick über die Kieler Mittagslandschaft erhalten und 2.) die Erkenntnis (zurück-) gewonnen, dass es im Frizz einen der besten Mittagstische Kiels gibt.
Wir möchten uns an dieser Stelle bei all denen bedanken, die uns im letzten Jahr auf unserer Reise durch Kiel begleitet haben, sei es mit Ihren Tipps und Anregungen, Vorschlägen und Kommentaren, Fragen und sogar auch mittäglichen Live-Begegnungen. Es hat Spaß gemacht.
Guten Hunger!